Respekt - Tschechien | Dienstag, 4. Dezember 2007
Tereza Brdečková über die alte Angst vor den Barbaren
Die tschechische Schriftstellerin Tereza Brdečková nimmt Stellung zu Stimmen aus Deutschland und Österreich, die gewarnt hatten, die Erweiterung des Schengenraums in drei Wochen komme zu früh. "Das heutige Europa ist nicht das Weströmische Reich, aber die Gefühle sind die gleichen: Wir müssen auf der Hut sein vor 'Barbaren, die unsere Werte nicht teilen'. Auch wir denken das, Tschechen, Slowaken, Polen und Ungarn. Mehr als alle Westeuropäer zusammen sind wir fremdenfeindlich und fürchten den Einfall der 'Barbaren' in unsere Länder... Der Eiserne Vorhang sicherte früher ein Gleichgewicht: die Ruhe der Schreckensherrschaft bei uns, die Ruhe des Aufschwungs im Westen. Doch das Stereotyp des 'muffigen Ostens' ist mittlerweile überholt... Die Erweiterung des Schengenraumes ist das Beste, was dem Westen passieren konnte."
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