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Die Presse - Österreich | Freitag, 14. Dezember 2007

Wolfgang Böhm über die Missachtung der Freiheit

Wolfgang Böhm versucht zu erklären, warum fast zwei Drittel der Österreicher gegen die Erweiterung des Schengenraums sind. "Aus Angst vor einer wachsenden Kriminalität durch frei einreisende Osteuropäer wünschen sich große Teile der Bevölkerung, dass Bundesheer und Polizei so lange wie möglich an der Grenze verbleiben. Was hier geschieht, ist nicht weniger als die totale Umkehrung unserer Wertvorstellungen aus den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren. Die Angst und die Sehnsucht nach Sicherheit überlagern einen früheren Grundkonsens in der Gesellschaft: Dass nämlich die persönliche Freiheit das höchste Gut ist und nur dort ihre Grenzen haben soll, wo sie andere beschränkt. Am 21. Dezember öffnet sich die Grenze zu unseren Nachbarstaaten. Es wird möglich, ohne Staus und mühsame Kontrollen in die Länder hinter dem ehemaligen Zaun zu reisen. Es eröffnet sich ein Kulturraum mit vielen gastfreundlichen Menschen. Eigentlich wäre es die Zeit des Aufbruchs. Doch in Österreich entsteht eher der Eindruck, als müssten nun die Fenster vernagelt, die Türen verschlossen und die Wäsche von der Leine genommen werden."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 14. Dezember 2007

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