Newsweek Polska - Polen | Mittwoch, 16. Januar 2008
Staatsanwaltschaft prüft Antisemitismusbuch
Wegen Verdachts der "Verleumdung der polnischen Nation" prüft die Staatsanwaltschaft Krakau das Buch "Die Angst" des US-Historikers Jan Tomasz Gross, das sich mit dem polnischen Antisemitismus in der Nachkriegszeit beschäftigt. Aleksander Kaczorowski protestiert: "Indem die Krakauer Staatsanwaltschaft ein Verfahren zu Gross' Buch einleitet, versucht sie mit polizeilichen Methoden... eine wichtige und notwendige Diskussion über die Genese des heimischen Antisemitismus im Keim zu ersticken. Dies tut sie unter Berufung auf ein absurdes Gesetz, das besagt, 'wer öffentlich die polnische Nation der Teilnahme, Organisation oder Verantwortung für die kommunistischen oder nationalsozialistischen Verbrechen bezichtigt', hat mit einer Gefängnisstrafe von drei Jahren zu rechnen... Das sind nun also die Konsequenzen der so genannten Geschichtspolitik, die eine der wichtigsten Losungen der [ehemaligen Regierungspartei] PiS war. Das hat aber nichts mit den Regeln eines demokratischen Staates zu tun."
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