Le Soir - Belgien | Mittwoch, 30. Januar 2008
Die Société Générale erschüttert das Bankensystem
"Genau hier liegt das Problem: Um die teilweise gigantischen Prämien zu erzielen (manche Fondsmanager streichen pro Jahr mehr als 100 Millionen Dollar ein), verkaufen die Banker manchmal zweifelhafte Produkte oder nehmen überzogene Risiken auf sich. Für diese Risiken tragen sie aber niemals die volle Verantwortung", beklagt Pierre-Henri Thomas. "Wenn es klappt, bekommen sie eine fantastische Prämie. Wenn es schief geht, müssen sie - im schlimmsten Fall -, die Bank wechseln. Jerôme Kerviel [der Verantwortliche bei der Société Générale] hatte dieses Modell vor Augen. Er hatte den Ehrgeiz, seinen Vorgesetzten zu zeigen, was für ein außergewöhnlicher Trader er ist. Er wurde ermutigt, unsinnige Risiken auf sich zu nehmen, die dazu führen können, dass nicht nur seine Bank, sondern das ganze internationale Finanzsystem zusammenbricht (stellen wir uns für einen Moment den Bankrott der Société Générale vor). Und das in der lächerlichen Hoffnung..., 300.000 Euro Bonus zu kassieren. Dieses Entlohungsmodell ist schädlich."
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