Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 9. April 2008
Bulgarischer Autor erschossen
Am Montag wurde der 35-jährige Georgi Stoev, Verfasser mehrerer Romane über die Verflechtung von Mafia und Politik, auf einem der belebtesten Plätze in Sofia erschossen. Einen Tag zuvor war außerdem ein bekannter Unternehmer vor seiner Wohnung getötet worden. Georgi Gospodinov ist entsetzt: "Es ist eher unwahrscheinlich, dass wir erfahren, wo die Grenze zwischen Realität und Fiktion in den Büchern von Stoev verläuft. Eines aber ist klar: Seine Ermordung stellt eine Grenzüberschreitung dar. Wie lange werden wir es noch ertragen, dass man uns munter zu überzeugen versucht, der Schlamm, in dem wir stecken, sei eine Blumenwiese? Wir wissen nicht, wer die Auftragsmörder sind. Aber wir erkennen die demagogische Absicht, eine Illusion als Normalität zu verkaufen. Und wir wissen, wer die Architekten dieser illusorischen Normalität sind, die ab und zu durch Schüsse und Explosionen erschüttert wird. Es sind dieselben, die die Kulissen für Brüsseler Diplomaten bauen, wenn sie nach Sofia kommen."
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