Libération - Frankreich | Freitag, 18. April 2008
Zum Tod von Aimé Césaire
Didier Pourquery schreibt in seinem Nachruf auf Aimé Césaire, der am 17. April in Martinique gestorben ist: "In seinem Kampf und in seinen Gedichten verkörperte der Vorsänger der Négritude auch jenseits seiner Wurzeln einen Appell: einen universellen Appell an die menschliche Würde. Aimé Césaire wollte seine Mitbrüder, egal wo auf der Welt, aufwecken, er appellierte an sie, ihre Identität wiederzufinden und Verantwortung zu übernehmen. Darin bestand vor allem seine Stärke. Gleichzeitig sagte er selbst: 'Ich akzeptiere meine Wurzeln, aber was mache ich daraus?' In seinem politischen Leben hat er bewiesen, dass ihm seine Entdeckungen und Erfahrungen dazu dienten, die Welt zu verändern... Césaires Größe bestand darin, Probleme, die aus dem Kolonialismus herrührten, mit beiden Händen anzupacken und sich von Tag zu Tag, ohne Unterlass, um ihre Lösung zu kümmern. Er war Dichter und Abgeordneter, Bürgermeister und Visionär. Aimé Césaire war ein Mann der Kultur, der handelte."
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