Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 17. Juni 2008
Keine Bündnistreue in der EU-Energiepolitik
Beim Abbau der energiepolitischen Abhängigkeit Europas von Russland betont die Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung die strategisch wichtige Brückenfunktion der osteuropäischen Staaten und kommentiert: "In den osteuropäischen Transitstaaten geht man mit dieser Rolle unterschiedlich um. Strenge politische Bündnistreue ist aber keine feststellbar. Jeder Regierung ist das eigene Hemd am nächsten. Entscheidend ist, wer das attraktivste Angebot präsentiert - ob das Projekt nun von Brüssel oder von Moskau propagiert wird. Solcher Pragmatismus ist naheliegend, zumal er auch im Westen Europas praktiziert wird. ... Den Beziehungen zum rohstoffreichen Russland schenkt man weit mehr Gewicht als der Solidarität mit osteuropäischen EU-Nachbarn. ... In der Energiepolitik kennt die Solidarität mit Brüssel enge Grenzen, und es dominiert eine nüchterne nationalstaatliche Perspektive. Die neuen Mitglieder haben diese Lektion rasch von den Vertretern der 'alten' EU gelernt."
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