Der Tagesspiegel - Deutschland | Mittwoch, 23. Juli 2008
McCains Kritik an Obama
Der Tagesspiegel publiziert einen Essay des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten John McCain, in dem er die Haltung seines demokratischen Kontrahenten Barack Obama zum Irak-Krieg kritisiert. Die New York Times hatte sich im Vorfeld gegen eine Veröffentlichung des Kommentars entschieden. "Heute ... ist die Gewalt selbst im Vergleich zu den niedrigsten Raten in den letzten vier Jahren noch einmal um 80 Prozent zurückgegangen; ... Der Fortschritt ist in erster Linie der Aufstockung der Zahl der Truppen und einer Änderung der Strategie zu verdanken. ... Der Erfolg all dieser Maßnahmen hat nichts an der Ankündigung Senator Obamas geändert, alle unsere Kampftruppen abzuziehen. ... Auch wenn Senator Obama gerne diesen Eindruck hinterlässt: Niemand ist für eine dauerhafte amerikanische Präsenz im Irak. Jegliche Verringerung der Truppenzahl [muss aber] von den Bedingungen vor Ort abhängen - nicht von einem künstlichen, auf innenpolitischen Erwägungen fußenden Zeitplan. Genau in diesem Punkt liegen Senator Obama und ich auseinander. ... Die Gefahr [eines Abzuges] besteht darin, dass Extremisten, die von Al-Qaida und dem Iran unterstützt werden, ihr Comeback erleben werden - wie schon in der Vergangenheit, als wir zu wenige Truppen im Irak hatten. ... Es hat fast ironische Züge, wenn [Senator Obama] ausgerechnet den größten Fehler der Bush-Regierung wiederholt und voreilig das 'Mission erfüllt'-Banner schwenkt. ... Wenn wir aber den Krieg nicht gewinnen, dann werden es unsere Feinde tun."
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