Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 29. August 2008
Bedrohtes Buch?
Angesichts des Erfolgs elektronischer Geräte zum Lesen von Büchern, wie dem "Kindle" des Online-Buchversands Amazon, stellt sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Frage, ob "dem gedruckten Buch als wichtigstem Medium unserer Kultur eine Revolution" drohe. "Bislang scheint nur eines sicher: All jene, die mit dem Buch zu tun haben, ob sie es schreiben, drucken, binden, verlegen, durchs Land transportieren, verkaufen oder lesen, dürften auf die eine oder andere Weise von der neuen Technologie berührt werden. ... Nicht nur der Ökonomie des Buchmarkts steht Veränderung bevor. Auf dem langen Weg der Profanisierung des geschriebenen Wortes droht eine unerhörte Zäsur. ... Die Verehrung des Buches hat ihre tiefsten und ältesten Wurzeln in der Religion, und die Prozesse der Aufklärung und Säkularisierung haben diese Verehrung nicht zerstört, sondern ihr weitere Wurzeln wachsen lassen. Wer heute Amazons Lesegerät zur Hand nimmt, ist in den ersten Stunden und Tagen dieser Erfahrung beeindruckt von den technischen Möglichkeiten dieses Geräts. Tritt er danach wieder an sein Bücherregal, wird ihm die Aura des Buches so zart und verletzlich erscheinen wie der Flügel eines Schmetterlings."
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