Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 11. September 2008
Bedrohtes britisches Weltkulturerbe
In dem soeben veröffentlichten Protokoll ihrer Jahrestagung in Québec bemängelt die UNESCO den mangelhaften Umgang Großbritanniens mit seinen Stätten des Weltkulturerbes. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert: "Während andere Politiker, darunter Premierminister Brown und Oppositionsführer David Cameron, Schleimpunkte sammeln, indem sie ihre Ferien im Inland verbringen, bekennt die Vertreterin des britischen Tourismus [Kulturstaatsministerin Margaret Hodge] freimütig, sie fahre lieber nach Italien. So stark das Verlangen nach politischer Ehrlichkeit und Integrität sein mag, dürfte ein bisschen Heuchelei in diesem Fall nicht Fehl am Platze gewesen sein - zumal der parlamentarische Sonderausschuss für ihr Ressort gerade erst die unkoordinierte Einstellung der Regierung zur Tourismusindustrie kritisierte. ... Überhaupt erregt Britanniens Umgang mit seinem Weltkulturerbe Missfallen. ... Zur Beschwichtigung verweist die britische Regierung auf ein neues Denkmalschutzgesetz. Als wesentlich effektiver dürfte sich allerdings die Kreditkrise erweisen: Einige der geplanten Wolkenkratzer in der Nähe des Tower [historische Festung in London] sind wegen der unsicheren Wirtschaftslage auf Eis gelegt oder ganz gestrichen worden."
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