Evenimentul Zilei - Rumänien | Dienstag, 16. September 2008
Abgeschwächte Aufarbeitung der Securitate-Akten
Eine rumänische Senatskommission hat das Gesetz zur Aufarbeitung der Securitate-Akten geändert. Stimmt das Parlament zu, werden künftig keine Priester und ehemaligen Vertreter der Nomenklatura, die heute noch politisch aktiv sind, mehr nach ihrer Vergangenheit geprüft. Die Zeitung Evenimentul Zilei verlangt unterdessen: "Eine Lustration war nötig, sie ist es auch heute noch. Die Lustration war eine Naivität in einem Rumänien, dem die Prinzipien fehlen, das ist heute auch noch so. Warum ist es nötig, die Securitate-Mitarbeiter zu kennen? Weil sie uns jahrelang verfolgt haben, sie haben versucht, unsere Gedanken abzuhören, uns zu beeinflussen, sie haben unsere Briefe gelesen, uns beim Telefonieren abgehört, sie haben unser Leben verachtet. Das haben sie heimlich getan ... vorne herum waren sie Freunde, hinten rum Spitzel, um kleinere oder größere Vorteile zu erlangen, sie waren Erpresser, Feiglinge oder ganz einfach charakterlos. ... Sie haben die Zukunft dieses Landes gebremst, uns beraubt, uns gezwungen, unser Land zu verlassen, damit wir ihnen entkommen. ... Wer repräsentiert 'uns' noch, uns die Naiven, die an Recht und Wahrheit glauben und daran, dass das Gute siegt."
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