La Vanguardia - Spanien | Freitag, 19. September 2008
Falsche Einwanderungspolitik
Der Politologe Ricard Zapata-Barrero analysiert in der Tageszeitung La Vanguardia die aktuelle Einwanderungspolitik: "Wenn wir die jüngsten Entscheidungen der EU, Spaniens und Kataloniens zum Thema Einwanderung analysieren, finden wir, wie in der Praxis körperliche und moralische Gewalt ohne demokratische Grundlagen legitimiert werden. ... Die Zusammenführung von Familien zu verbieten, erinnert daran, wie es nicht-liberale Staaten den Familien verboten, über ihr eigenes Leben zu bestimmen. Unsere europäischen Staaten trennen im Moment Familien mit fast totalitären Argumenten. Außerdem stigmatisieren sie mit der Rückführungsrichtlinie bestimmte arme Einwanderer als Verbrecher, was uns an die koloniale Denkweise erinnert, nach der wir nur denen Bewegungsfreiheit zugestehen, die uns entweder Bildung oder Geld zu bieten haben. Geld gegen Papiere - wie das Motto des Arbeitsministeriums zu lauten scheint - ist fast ein Akt der gesellschaftlichen Korruption, die durch unseren Mangel an kritischem Denken legitimiert wird, während wir glauben, dass diese Maßnahmen eingeführt werden, um die Wirtschaftskrise zu bekämpfen."
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