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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 9. Oktober 2008

Island soll EU beitreten

Die Süddeutsche Zeitung empfiehlt Island, das schwer von der Finanzkrise getroffen wurde, der Europäischen Union beizutreten. "Island stand einmal ganz oben. Das Land gehörte zu den wohlhabendsten der Welt, die Währung war stabil, das Einkommensniveau hoch. ... Arrogant blickte die konservative Regierung in Reykjavik stets auf die Europäische Union herab. Brüssel galt als Bremsklotz, der dem rasanten Aufstieg des Landes bloß im Wege stehen würde. Europa - nein, danke! Man war sich selbst genug. Dabei wäre das Ersuchen um einen EU-Beitritt genau das politische Zeichen, welches das Land jetzt im Zuge der internationalen Finanzkrise dringend benötigen würde. ... Viel zu lange hat die Regierung von Premierminister Geir Haarde die Rufe nach einem EU-Beitritt missachtet, obwohl schon seit Monaten abzusehen war, dass Island mit seiner kleinen, frei handelbaren Währung und den aufgeblähten Banken ins Zentrum der Finanzkrise rücken würde. Stattdessen wollte Haarde den Euro einführen, jedoch ohne EU-Beitritt. Halbe Sachen kann es aber nicht geben, auch für Island nicht."

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