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Evenimentul Zilei - Rumänien | Mittwoch, 15. Oktober 2008

Andrei Postelnicu über die Vergangenheitsbewältigung in Rumänien

Andrei Postelnicu setzt sich in der Tageszeitung Evenimentul Zilei mit den Tücken der Vergangenheitsbewältigung in Rumänien auseinander. "Das Parlament hat aus dem Handgelenk [den ehemaligen rumänischen Diktator] Nicolae Ceauşescu reingewaschen: Er soll keine Konten im Ausland gehabt haben. Ex-Staatspräsident Ion Iliescu bleiben die Unannehmlichkeiten einer Strafverfolgung für einen verwerflichen moralischen Genozid erspart – den [organisierten] Einmarsch der Bergarbeiter in Bukarest im Jahr 1990. Beide Gesten liegen voll in einem älteren, sehr schädlichen Trend, dessen Wirkung wir jahrzehntelang werden spüren müssen. Wie ernst diese beiden Quasi-Freisprüche zu nehmen sind, zeigt sich durch die Rückkopplung mit anderen Gesten, die die Gesellschaft in den letzten 20 Jahren hinnehmen musste – das Wegsehen der Kirche in Bezug auf die Mitarbeit zu vieler Priester bei der Securitate [Geheimdienst der rumänischen Volksrepublik] oder der Abwertung der moralischen Komponente im Prozess der Rückerstattung von im Kommunismus beschlagnahmten Eigentum. Zusammen genommen spiegeln sie [die Freisprüche] die Neigung Rumäniens wider, unliebsame Momente der Vergangenheit unter den Teppich zu kehren – Tatsachen, die uns nicht passen und deren Existenz wir gerne aus der Geschichte streichen wollen. ... Dass wir es wiederholt versäumt haben, Ordnung in der eigenen Vergangenheit zu machen, vertieft nur die kollektive emotionale Verkrüppelung. ... Die gesamte Gesellschaft muss die Last des Zorns und der Enttäuschung tragen – ein Hindernis auf dem Weg der Ehrlichkeit im Dialog Rumäniens mit sich selbst."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 15. Oktober 2008

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