Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 31. Oktober 2008
Wolfgang Roth über den Klimaschutz
Wolfgang Roth reflektiert in der links-liberalen Tageszeitung Süddeutsche Zeitung über die verschiedenen Maßstäbe für arme und reiche Länder beim Klimaschutz: "Solange die reichen Staaten aber nicht vorführen, dass ein klimaverträglicheres Wirtschafts- und Wohlstandsmodell möglich ist, haben sie für den Rest der Welt keinerlei Legitimation für weiterreichende Forderungen. Letztlich gibt es kein moralisches Argument, das den einen mehr Recht zur Verschmutzung der Atmosphäre zubilligt, als den anderen. Noch immer verursacht aber ein Deutscher im Durchschnitt mindestens dreimal so viel schädlichen Kohlenstoff wie ein Chinese, ein Amerikaner mindestens fünfmal so viel. Ein Handelssystem, das jedem Erdbewohner dasselbe Kontingent zugesteht, ist noch Utopie. Es setzt voraus, dass neben dem Klimawandel das Bevölkerungswachstum gebremst wird, was nicht ohne Bekämpfung der Armut, des Bildungsmangels und der Benachteiligung von Frauen möglich ist. Wenn die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll, müssen sich China, Indien, Europa und die USA auf einem Niveau begegnen. Dies ist zwangsläufig ein Level, der den klassischen Industriestaaten eine starke Minderung der Klimagase abverlangt und den anderen eine begrenzte Zunahme zugesteht."
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