Dnevnik - Slowenien | Montag, 3. November 2008
Kroatien bremst sich selbst
Slowenien hat als einziges EU-Mitgliedsland gegen die Eröffnung von vier weiteren Kapiteln im Rahmen der Beitrittsverhandlungen Kroatiens gestimmt. Der Kolumnist Zoran Senkovič kommentiert in der Tageszeitung Dnevnik: "Kroatien erfuhr schon vorher, dass man nicht gegen die Spielregeln der EU verstoßen darf. ... Die erste Lektion war der Fall des vom Haager Kriegsverbrechertribunal gesuchten kroatischen Generals Ante Gotovina. Solange er nicht gefasst war, drückte Brüssel bei den Verhandlungen mit Kroatien auf die Bremse. ... Doch am meisten müsste sich Kroatien über sich selbst ärgern, denn die Schwierigkeiten des Landes mit seinen Werften, der langsame Fortschritt bei den Reformen im Rechtswesen und die Probleme mit dem organisierten Verbrechen lassen einen EU-Beitritt in weitere Ferne rücken als Zagreb sich das wünscht – und für diese Probleme hat nicht Slowenien gesorgt. Das größte Problem Kroatiens ist es, dass es aus den bisherigen Lektionen nichts gelernt hat."
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