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Der Standard - Österreich | Montag, 17. November 2008

In der Nationalismusfalle

Nach den Verstimmungen der letzten Wochen haben sich der slowakische Premier Robert Fico und sein ungarischer Amtskollege Ferenc Gyurcsány bei einem Treffen in der südslowakischen Grenzstadt Komárno auf eine gemeinsame Erklärung gegen Extremismus und Neofaschismus verständigt. Dies sei nur eine Pflichtübung gewesen, schreibt die Tageszeitung Der Standard. "Beide Premiers bedienten mit ihrem Auftreten vor allem die jeweilige eigene Klientel. Fico ist, zumindest bis zu den nächsten Wahlen, von seinem nationalistischen Koalitionspartner abhängig. Seine Popularität verdankt er offensichtlich auch einem Doppelspiel: Er distanziert sich von verbalen Ausritten des Nationalistenchefs Ján Slota, hält aber an der Koalition fest. Gyurcsány wiederum steht mit dem Rücken zur Wand und glaubt dem Druck der rechtsnationalen Opposition nur noch standhalten zu können, indem er die nationale Karte spielt. Gleichgültig, mit welchen Motiven: Beide Premiers sind sehenden Auges in die Nationalismusfalle getappt. Wie schwer man da wieder herauskommt, zeigt das Treffen von Komárno."

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