La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 26. November 2008
Kruzifix-Urteil spaltet Spanien
Ein Gerichtsurteil im spanischen Valladolid gibt einer Elternschaftsforderung Recht, Kruzifixe aus den Klassenräumen der Schule zu verbannen. Die Tageszeitung La Vanguardia fordert mehr Ausgewogenheit in der Diskussion über das Urteil, das die spanische Gesellschaft spaltet. "Ist man fortschrittlich, nur weil man die Entfernung der Symbole fordert, und ist der andere ultra[-konservativ], weil er ihren Erhalt fordert? Und kann es keine Position dazwischen geben? ... Zuallererst verstehe ich einfach nicht, warum ein Kruzifix ein abscheuliches Symbol der Intoleranz ist, während das Kopftuch eines muslimischen Mädchens als Zeichen von Toleranz gilt. Warum kommen die Fürsprecher der Multikulturalität auf die Idee, dass die Toleranz gegenüber anderen Religionen für die katholische Religion nichts taugt? Sie werden mir antworten, dass es nicht das Gleiche ist, wenn ein Symbol individuell von einer Person genutzt wird, als wenn es als Kollektivsymbol verwendet wird. Wohl wahr. Aber eine Gesellschaft, die seit 2.000 Jahren katholisch ist und allerorten mit christlicher Symbolik gespickt ist, ist [auch] nicht mit anderen Religionen vergleichbar, die gerade erst angekommen sind."
» weiterführende Informationen (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Kulturpolitik, » Religion, » Integration, » Weltanschauung, » Spanien
Alle verfügbaren Texte von » Pilar Rahola
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 26. November 2008