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Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 11. Dezember 2008

Doppelte Krise in Ungarn

Die Wirtschafts- und Finanzkrise werde die politischen Versäumnisse in Ungarn schonungslos zu Tage fördern befürchtet die linksliberale Wochenzeitung Heti Világgazdaság. "Wir können in Ungarn heute zwei Krisen beobachten: Einerseits die Wirtschaftskrise, andererseits eine zweite Transformationskrise. Letztere ist damit zu erklären, dass seit der politischen Wende 1989/90 in der nichtwirtschaftlichen Sphäre keine Veränderungen stattgefunden haben. Der Grund: Die Nutznießer der Systeme jenseits der Wirtschaftssphäre haben sich mit Zähnen und Klauen an ihre Privilegien geklammert. So blieben Umverteilungssysteme wie das Gesundheitswesen, das Rentensystem, das Bildungswesen, die Sozial- und Regionalpolitik faktisch unberührt. Obendrein hat sich infolge der vom Markt erzwungenen wirtschaftlichen Veränderungen eine Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur herausgebildet, welche die Grundlagen eines nachhaltigen und rasanten Wirtschaftswachstums untergräbt. ... Es ist davon auszugehen, dass die beiden gegenwärtigen Krisen in Ungarn das Land ähnlich erschüttern werden wie die Transformationskrise Anfang der neunziger Jahre."

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