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De Standaard - Belgien | Freitag, 19. Dezember 2008

Belgien hat keine Führung

Belgiens Regierung steckt erneut in der Krise. Ministerpräsident Yves Leterme musste zugeben, dass ein Gericht im Prozess um den Verkauf der Fortis-Bank von der Regierung unter Druck gesetzt wurde. Ein Eingreifen der Exekutive in die Unabhängigkeit der Justiz sei einmalig in der Geschichte, schreibt die Tageszeitung De Standaard. Ein Rücktritt Letermes sei unvermeidlich: "Das persönliche Drama für Leterme ist groß. Keine Einigung in der föderalen Frage, kein ausgewogener Haushalt, keine Koalition, keine starke Partei, keine erfolgreiche Rettung der größten Bank des Landes, keine Gesundheit mehr. Der Mann, der nach acht Jahren [Regierung unter Guy] Verhofstadt der belgischen Politik wieder Glaubwürdigkeit verschaffen sollte, geht ruhmlos und verbittert unter. Aber das Drama für Belgien und seine Bürger ist noch viel größer. Das Land hat in der laut Yves Leterme größten Krise seit hundert Jahren keine Führung."

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