Dnevnik - Bulgarien | Montag, 19. Januar 2009
Atomkraftwerk nicht wieder anschalten
Am Sonntag forderten rund 10.000 Anhänger der politischen Bewegung Napredak in Bulgarien eine engagiertere Energiepolitik, um die Stabilität des Landes und der Region zu garantieren. Zuvor hatten sich Präsident Georgi Parwanow und Premier Sergej Stanischew dafür ausgesprochen, im Atomkraftwerk Kosloduj einen weiteren Reaktor wieder ans Netz zu nehmen. Andere fordern gar zwei weitere Reaktoren hochzufahren. Die Tageszeitung Dnevnik warnt vor den möglichen Folgen für die bulgarische Wirtschaft: "Eine Wiederinbetriebnahme des 3. und 4. Blocks würde unter anderem einen neuen Vertrag mit Russland für die Brennstofflieferungen und die Abtransporte [des Atommülls] bedeuten. Zu dieser Frage schweigen taktvoll sowohl die Regierenden als auch der Teil der Opposition, der einen Neustart der Reaktoren befürwortet. Denn es macht keinen Sinn, die Lage auszunutzen, in die wir wegen Russlands frecher und unzivilisierter Attitüde geraten sind, ... um ... einen neuen Vertrag zu fordern und naiv zu hoffen, dass Russland ihn nicht wieder verletzt und uns im nächsten Winter nicht wieder frieren lässt."
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