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Der Freitag - Deutschland | Dienstag, 20. Januar 2009

Louis Michel über Entwicklungshilfe in Zeit der Rezession

Der EU-Kommissar für Entwicklung und Humanitäre Hilfe Louis Michel befürchtet in der Wochenzeitung Freitag, dass die Entwicklungshilfe in Zeiten der Weltrezession schrumpft. "Die Wirtschaftsrezession hat zu Bewusstsein gebracht, unsere Finanzarchitektur ist nicht nur extrem fragil, sondern kaum noch auf der Höhe der Zeit. Die jetzigen Aufrufe zu einer Reform des IWF [Internationaler Währungsfonds] waren überfällig. Die Stimmrechte dort könnten paradoxer nicht verteilt sein. Nur zur Veranschaulichung: Belgien, Luxemburg und die Niederlande besitzen mehr Stimmen als Brasilien, China und Indien. Das muss sich unbedingt ändern. Ich bin der festen Überzeugung, dass allein die Afrikanische Union eine adäquate Vertretung bekommen muss, um die Interessen ihres Kontinents zu vertreten. Obwohl die Wirtschaftskrise in den reichsten Ländern begann, lasten ihre Folgen schon jetzt vorrangig auf den Entwicklungsländern, nicht allein wegen einer schwindsüchtigen Entwicklungshilfe. Die Geldüberweisungen von Arbeitsmigranten in Westeuropa an die Familien in Simbabwe, Somalia, Angola oder Ghana sind oft die einzige Lebensader für Millionen von Familien. Wird die unterbrochen, kommt das einer Katastrophe gleich. Um so mehr sollte über neue Quellen der Entwicklungsfinanzierung nachgedacht werden."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 20. Januar 2009

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