Corriere del Ticino - Schweiz | Montag, 26. Januar 2009
Papst rehabilitiert umstrittene Bischöfe
Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunizierung von vier Bischöfen einer traditionalistischen Glaubensgemeinschaft um den verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre aufgehoben. Einer der Bischöfe, der Brite Williamson, hatte jüngst den Holocaust geleugnet. Die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino kritisiert die Entscheidung des Papstes. "Die Wiederaufnahme des revisionistischen britischen Bischofs Richard Williamson in den Schoß der Kirche, der fähig ist zu behaupten, dass es keine Gaskammern gegeben habe und dass 'nur' 300.000 Juden in den Konzentrationslagern der Nazis umgekommen seien, hat den jüdischen Autoritäten den Atem verschlagen. ... Da hilft es auch nicht, dass der Vatikan unterstreicht, dass die Reintegration von Monsignore Williamson in die Kirche in keiner Weise einer Bürgschaft für seine antisemitischen Ideen gleichkommt. ... Die Versöhnung mit den vier Bischöfen von Marcel Lefebvre wirft [zudem] auf dramatische Weise die Tabu-Frage wieder auf: Ist Benedikt XVI. dabei das Zweite Vatikanische Konzil zu begraben? ... Lefebvre hatte eben dieses Konzil in Frage gestellt, er hatte die Religionsfreiheit als Abartigkeit bezeichnet ... und die Ablösung der zehn Gebote mit den Menschenrechten in der katholischen Kirche bemängelt."
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