Trouw - Niederlande | Mittwoch, 4. Februar 2009
Pasta aus Bagdad
Die italienische Stadt Lucca will Pasta und Pizza vor ausländischen Einflüssen schützen und Sushi oder Kebab verbannen. Die Tageszeitung Trouw stellt die Frage, wie italienisch die italienische Küche eigentlich ist: "Das Kalifat von Bagdad hinterließ zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert das erste bleibende Nahrungsmittelerbe: Spaghetti. Diese harte trockene Pasta wird aus einer besonderen Weizensorte gemacht - durum - und die wuchs damals nicht in Italien. ... Die Tomate ist noch so eine Ikone, die für viele untrennbar mit der italienischen Küche verbunden ist. Auch die Tomate ist allerdings ein ehemaliger Exot. Erst nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (ein echter Italiener) brachten die Spanier 1523 zum ersten Mal Tomaten nach Europa. ... Was für die Tomate gilt, gilt auch für die Paprika, den Pfeffer, die Kartoffel und die Schokolade. Alles Produkte, die erst im Laufe der Jahrhunderte zu Pfeilern der italienischen Küche wurden. Eine Weltküche also, im wahrsten Sinne des Wortes. Das wird so bleiben. Wenn etwas für multikulturelle Einflüsse offen ist, dann ist es die Nahrung."
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