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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 5. Februar 2009

Gratwanderung zwischen Wissen und Gewissen

Im Sterbehilfe-Streit um die seit 17 Jahren im Koma liegende Italienerin Eluana Englaro ist es zu einer entscheidenden Wende gekommen. Der Oberste Gerichtshof in Mailand hat eine Beendigung der Zwangsernährung beschlossen. Die Regierung will die Sterbehilfe jedoch per Dekret verhindern. Die links-liberale Tageszeitung La Repubblica schreibt: "Wer die schwierige Aufnahme übernimmt, Kranken zu assistieren, die wie Eluana keine Hoffnung mehr auf Genesung haben und ihren Willen nicht kundtun können, wird in quälendem Zweifeln den wissenschaftlichen Teil der Medizin geltend machen. ... Es ist genau diese schwierige Gleichgewichtsübung, zu der der Arzt berufen ist, nach Wissen und Gewissen zu handeln, ohne je die Überzeugungen und die Lebensanschauung - die nicht immer mit der eigenen übereinstimmt - desjenigen zu vernachlässigen, den er vor sich hat. Zum Glück entsteht in den meisten Fällen zwischen Ärzten und Patienten oder ihren Angehörigen eine Kommunion der Absichten, ein Einverständnis über das, was das Beste für den Kranken ist. Wenn dem nicht so wäre, wenn sich kein aufrichtiges Respektgefühl und kein gegenseitiges Einvernehmen einstellen sollte, ... gäbe es keine Medizin mehr, und es bliebe nur die Technik."

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