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Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 19. Februar 2009

Adam Krzeminski über die deutsch-polnischen Beziehungen

Der Warschauer Publizist Adam Krzeminski erklärt in der Wochenzeitung Die Zeit, warum die deutsche Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) Erika Steinbach in Polen alte Wunden aufreißt: "Man sollte in Deutschland den Konflikt um Erika Steinbach nicht lediglich als Ergebnis polnischer Überempfindlichkeiten abtun. Die gibt es natürlich, aber man sollte es lieber darauf anlegen, sie zu entschärfen. Umgekehrt verfehlen die Polen den Kern des Problems, wenn sie sich in ihrer eigenen Geschichtsneurose gefallen und die des Nachbarn ignorieren. Es ist ein Unglück, dass es derzeit in beiden Ländern an jungen Politikern, Intellektuellen und Medienleuten fehlt, die die europäische Tragweite der deutsch-polnischen Nachbarschaft so sehr verinnerlicht hätten, dass sie im gegenseitigen Einvernehmen einen Ausweg aus dem Teufelskreis beiderseitiger Arroganz und Ignoranz weisen würden. ... Es ist müßig darüber zu streiten, wer in den vergangenen Jahren mehr zur Eskalation der deutsch-polnischen Beziehungen beigetragen hat. Politik beruht auf dem [Rechts-] Prinzip des 'do ut des' ['ich gebe, damit du gibst']. [Władysław] Bartoszewskis [polnischer Regierungsberater] Extratour ist als ein Signal zu verstehen, dass die deutsch-polnischen Beziehungen nach wie vor besonderer gegenseitiger Aufmerksamkeit bedürfen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 20. Februar 2009

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