Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 2. April 2009
Keine neuen Nato-Beitritte
Albanien und Kroatien sind am Mittwoch der Nato beigetreten. Die links-liberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung vermutet, dass diese Beitritte für lange Zeit die letzten gewesen seien. "Natürlich kann niemand der Nato verwehren, weitere Länder bei sich einzureihen, genauso wenig wie man den interessierten Staaten verbieten kann, um einen Beitritt nachzusuchen. Aber ihre Sicherheit erhöht die Nato nicht, wenn sie russischen Ängsten vor westlicher Dominanz weitere Nahrung gibt. ... Die Nato braucht gegenwärtig keine neuen Mitglieder, sondern ein entspanntes Verhältnis zu Moskau. Denn das Bündnis hat sich in Afghanistan in einen Krieg verwickelt, aus dem halbwegs unbeschädigt herauszukommen es auch russischer Hilfe bedarf. Und ohne Schulterschluss mit Moskau wird auch Iran nicht von seinem Atombombenkurs abzubringen sein. Nato und Russland verbindet das Interesse, eine weltweite nukleare Bewaffnung zu verhindern. Das und ein Ende des Afghanistan-Krieges sind wichtiger, als der Nato neue Territorien hinzuzufügen, die nicht mehr Sicherheit, aber mit Sicherheit mehr Ärger bringen."
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