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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 12. Juni 2006

Polens Verhältnis zu seinen Minderheiten

"Die neue, konservative polnische Regierung, die wie die katholische Kirche zur Homosexualität ein belastetes Verhältnis hat, hat sich dem Druck der EU gebeugt und die Kundgebung zugelassen", erkärt Ulrich Schmidt. "Nebst dem Antikommunismus ist der Katholizismus das tragende Element dieser sich als dezidiert 'moralisch' verstehenden neuen Führung, und verschiedene ihrer Protagonisten haben bereits klar gemacht, dass sie Homosexualität als etwas Unnatürliches empfinden und Mühe haben, Umzüge von Lesben und Schwulen, wie sie in Westeuropa mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden sind, widerspruchslos hinzunehmen... Der Einfluss des übrigen Europa ist spürbar geworden, und er wird künftig noch stärker werden. Tatsache ist, dass Polens Demokratie nicht gefährdet ist, dass die Medien frei sind und dass das Land keinen seiner Nachbarn gefährdet. Man wird wachsam bleiben müssen, und vor allem Minderheiten werden gut daran tun, ihre Rechte eifersüchtig zu hüten."

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