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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 20. Mai 2009

Der Speaker als Sündenbock

Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica sieht den britischen Parlamentspräsidenten als Sündenbock für den Spesenskandal: "Michael Martin mit seinem schweren schottischen Akzent und seinem weiten schwarzen Talar, der ihn wie ein Richter oder ein Prälat erscheinen lässt, ... war das Symbol der britischen Demokratie. Der Sprecher von Westminster, das als Mutter aller Parlamente gilt. … Bis gestern hatte Martin die Rücktrittsforderungen von allen Seiten des Parlaments abgelehnt und gehofft, eine rasche Reform des Spesensystems könnte die Wogen der Wut von Parlament, Medien und Öffentlichkeit noch glätten. Er hatte geglaubt, es würde ausreichen, das Land um Entschuldigung zu bitten. Dem war nicht so. Der Einzige, der ihn hätte retten können, war ein Labour-Politiker wie er, ein Schotte wie er: Gordon Brown. Aber der Premier hat nicht gezögert, ihn zum Sündenbock zu machen, weil er gespürt hat, dass das Volk einen Scheiterhaufen braucht. Er hat es vorgezogen, Martin darauf verbrennen zu lassen, statt selbst auf dem Schafott zu enden."

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