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Világgazdaság - Ungarn | Freitag, 22. Mai 2009

Dani Rodrik über mögliche Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise

Der Harvard-Ökonom Dani Rodrik schreibt in der Wirtschaftszeitung Világgazdaság über die möglichen Veränderungen der Weltwirtschaft in Folge der Finanzkrise: "Die Weltwirtschaft dürfte in einigen Jahren kaum mehr so aussehen wie heute. ... Wachstum gibt es in der sich entwickelnden Welt tendenziell in drei Varianten. Die erste ist ein durch Auslandskredite angetriebenes Wachstum. Die zweite ist Wachstum als Nebenprodukt eines Rohstoffbooms. Und die dritte ist Wachstum, das von einer wirtschaftlichen Umstrukturierung und Diversifizierung durch neue Produkte angetrieben wird. ... Grund zur Sorge bereitet die potenzielle Bedrängnis der Länder im letzten Wachstumsmodell. Diese Länder werden erhebliche Änderungen ihrer Politik vornehmen müssen, um sich den heutigen neuen Gegebenheiten anzupassen. Die ersten beiden Wachstumsmodelle nehmen unweigerlich ein böses Ende. Ausländische Kredite können es Verbrauchern und Regierungen für eine Weile ermöglichen, über ihre Verhältnisse zu leben, doch ist es eine unkluge Strategie, sich auf ausländisches Kapital zu verlassen. ... Ein von hohen Rohstoffpreisen angetriebenes Wachstum ist ebenfalls krisenanfällig, und zwar aus ähnlichen Gründen. ... Es kann also nicht überraschen, dass die Länder, die im Laufe der letzten sechs Jahrzehnte ein stetiges, langfristiges Wachstum erzielten, jene sind, die eine andere Strategie verfolgten: die Förderung der Diversifizierung von Industrieerzeugnissen und anderen moderne Waren."

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