Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 26. Mai 2009
Opel ist überall
Wenn der deutsche Staat einem Unternehmen hilft, müsse er jedem helfen. Es gehe schließlich immer um Arbeitsplätze, schreibt die linksliberale Süddeutsche Zeitung zur Diskussion über Staatshilfen: "Die Krise bei Opel und seinem Mutterkonzern General Motors ist vor allem hausgemacht, also eine Folge falscher Produkte; sie wurde zudem dadurch beschleunigt, dass es seit Jahren zu viele Autohersteller auf der Welt gibt. Mit den Verwerfungen an den Finanzmärkten hat der Niedergang also wenig zu tun. Doch Opel besitzt vier Fabriken in vier Bundesländern - und damit ein gewisses Erpressungspotenzial. Am Ende dürfte die Regierung dem Druck nachgeben und - auch wenn sich der Bundeswirtschaftsminister noch sträubt - Milliarden bewilligen. Karl-Theodor zu Guttenberg ahnt wohl, dass der Staat sich gerade in eine gefährliche Zwangslage begibt: Wenn er einem Unternehmen hilft, muss er jedem helfen; wenn er in Rüsselsheim und Bochum Tausende von Jobs rettet, muss er dies anderswo ebenfalls tun. Opel ist dann überall."
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