El Mundo - Spanien | Donnerstag, 28. Mai 2009
Baltasar Garzón verdient Anklage
Der spanische Richter Baltasar Garzón soll nun selbst als Angeklagter vor Gericht stehen. Der Oberste Gerichtshof hat eine Klage zugelassen, die dem Richter vorwirft, die Untersuchung der Verbrechen des Franco-Regimes wissentlich ohne rechtliche Grundlage geführt zu haben. El Mundo begrüßt die Klage: "In keinem zivilisierten Land der Welt, kann ein Richter eine Untersuchung gegen einen Toten führen. Garzón hat in diesem Fall mit absoluter Missachtung der rechtlichen Normen gehandelt, um - wie in vielen anderen Fällen - im Vordergrund zu stehen, um dadurch Vorteile zu erlangen, und um mit diesem verrückten Spiel Politik zu betreiben. Mehr als den Familien der Opfer des Franquismus zu helfen, die noch immer versuchen, ihre Toten zu finden, scheint es, als dass der Richter den Fall monatelang genutzt hat, um sich selber groß zu machen. Der Oberste Gerichtshof hat, indem er die Klage gegen Garzón zugelassen hat, einen wichtigen Schritt getan, um einen Schlusspunkt hinter das falsche Handeln zu setzen und die Vorstellung der Justiz als Show-Business zu beenden."
» weiterführende Informationen (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Erinnerungskultur, » Spanien
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 28. Mai 2009