Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 3. Juni 2009
Tschechiens Kommunisten fordern Absetzung von kritischer TV-Dokumentation
Die Kommunistische Partei in Tschechien hat die Absetzung einer Fernsehdokumentation gefordert, die den stalinistischen Schauprozess gegen die Demokratin Milada Horáková nachzeichnet. Horákova war 1950 nach einer konstruierten Spionage-Anklage zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Die konservative Tageszeitung Lidové Noviny lehnt die Forderung der Kommunisten ab: "Sie ist ein Anschlag auf die Verfassungsgrundlagen des Staates und deshalb demonstrativ abzulehnen. Fragt man heute, was einer in der Zeit des Kommunismus gemacht hat, dann wird das als unpassend und direkt unanständig angesehen. Lassen wir uns nicht diese Logik aufzwingen, schon gar nicht vor den [EU-]Wahlen, wie es KP-Chef Vojtěch Filip will. Für ihn ist die Erinnerung an die Wahrheit über den Kommunismus in solch einer Zeit natürlich ebenso nervend wie die Veröffentlichung von Wählerumfragen. Der Kommunismus ist nun einmal nicht eine politische Doktrin unter vielen."
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