Sme - Slowakei | Mittwoch, 15. Juli 2009
Kanadas Asylpolitik ist zu großzügig
Vor dem Hintergrund der Wiedereinführung der kanadischen Visapflicht für Tschechien gibt die liberale Tageszeitung Sme der Regierung in Ottawa eine Mitschuld an der hohen Zahl der tschechischen Roma, die in Kanada um Asyl bitten: "Das ist ein Schulbeispiel dafür, wie man die Folgen eigener Fehler auf andere Länder abwälzt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es in Tschechien Rassismus und ethnisch motivierte Gewalt gibt. Dafür trägt die Regierung in Prag eine gewisse Verantwortung. Aber es würde keine Migrationswelle tschechischer Roma nach Kanada geben, wenn man dort nicht ein so anziehendes Asylverfahren hätte, dass für 30 Prozent [aller Antragssteller] erfolgreich ausgeht - im Unterschied zu Europa, wo das nur 5 Prozent schaffen. ... Kanada hat das Recht, eine Einwanderungspolitik zu betreiben, die dem Land genehm ist. Es kann dann aber nicht seine Hände in Unschuld waschen. ... Das Streben Prags nach reziproken Schritten der EU ist aber übertrieben. Die europäische Solidarität geht nicht so weit, dass die Staaten ihren eigenen Bürgern das Leben komplizierter machen."
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