Die Presse - Österreich | Mittwoch, 12. August 2009
Neuer Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine?
In einem Brief hat Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew seinen ukrainischen Amtskollegen Wiktor Juschtschenko einer antirussischen Politik bezichtigt und mit einer neuen Gaskrise gedroht. In Zukunft könne die Ukraine noch besser von Moskau erpresst werden, schreibt die Presse: "Derzeit laufen 80 Prozent der russischen Gaslieferungen über ukrainisches Territorium. Das Pipelineprojekt Nabucco, das Gas aus Zentralasien nach Europa führen soll, würde die Abhängigkeit von Moskau verringern. Russland kontert mit dem Projekt South Stream, das russisches Gas über den Balkan nach Europa bringen soll. Und Deutschland verfolgt das Projekt Nord Stream - Ostsee-Pipeline. Dieses würde russisches Gas direkt nach Deutschland führen. All diese Pipelinerouten vermeiden einen Transit durch die Ukraine. Für Kiew ist das keine gute Nachricht: Wenn Russland der Ukraine den Gashahn abdrehen kann, ohne die Gaslieferungen in die EU zu gefährden, dann hieße das für Kiew in Abwandlung einer Antiatomkraftgegner-Propaganda: 'Russland-Gegner überwintern bei Dunkelheit und kaltem Hintern'."
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