Revista 22 - Rumänien | Montag, 17. August 2009
Lavinia Stan über Russlands historische Verantwortung
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat Anfang Juli eine Resolution verabschiedet, in der die Verbrechen des Nazismus und des Stalinismus auf eine Stufe gestellt werden. Die Wochenzeitschrift Revista 22 kommentiert die russischen Reaktionen auf die Resolution: "Stalin wird dort [in Russland] weiter als wahrer Held betrachtet, weil die Russen meinen, dass er ihnen den Sieg über Nazideutschland gebracht habe. In den Augen Osteuropas wird er hingegen als schuldig gesehen, jene Länder in Satelliten verwandelt und dort blutige kommunistische Regime unterhalten zu haben, die sich gegen die eigenen Bürger wandten ... . [Russische] Bücher glorifizieren das kommunistische Regime und dessen Geheimdienst im Überfluss, während die Opfer und deren Leiden in den Mantel des Schweigens gehüllt sind. Zudem hat Moskau eine große Militärparade organisiert, die an die sowjetische [Zeit] erinnert. Es ist also nicht überraschend, dass von den postkommunistischen Regierungen die russische überhaupt nichts getan hat, um Verantwortung für die Verbrechen des Kommunismus (die stalinistischen eingeschlossen) zu übernehmen. Sie hat sogar die früheren Strukturen des KGB und dessen Kontrolle über den politischen Prozess gestärkt."
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