Eesti Päevaleht - Estland | Freitag, 21. August 2009
Rein Taagepera über den Jahrestag der Menschenkette und des Baltischen Appells
Am 23. August 1989 bildeten rund zwei Millionen Menschen eine Kette von Estland über Lettland bis Litauen, um an den 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Pakts zu erinnern, der das Ende der Unabhängigkeit der drei baltischen Staaten einleitete. Rein Taagepera erinnert in der Tageszeitung Eesti Päevaleht daran, dass 45 Bürger bereits 1979 die Tauwetterperiode genutzt und den so genannten "Baltischen Appell" verfasst hatten: "Zehn Jahre nach diesem Appell standen wir Hand in Hand von Tallinn bis Vilnius. Was aber wäre diese Menschenkette ohne den Appell gewesen? Fast über jedes Detail oder Ereignis lässt sich sagen, dass es natürlich auch ohne es gegangen wäre, und vielleicht hätten wir auch ohne die Menschenkette unsere Unabhängigkeit zurückerlangt. Aber in der Gesamtsumme entsteht eine Abfolge von Ereignissen, die mit Meinungsbekundungen in den 1970er Jahren begann, und als endlich die Chance dazu kam, wurde der Kommunismus dauerhaft hinweggefegt. Günstige Gelegenheiten werden nicht immer rechtzeitig genutzt, bevor sich der Widerstand formiert, aber der Baltische Appell war ein solcher Zeitpunkt des gemeinsamen Handelns - und sein 30. Jahrestag sowie der 20. Jahrestag der Menschenkette sind heute ein Anlass zum Gedenken."
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