Neatkarīgā - Lettland | Donnerstag, 27. August 2009
Voldemars Hermanis über die Russlandphobie im postsowjetischen Raum
Voldemars Hermanis kommentiert in der Tageszeitung Neatkarīgā Rīta Avīze die in den ehemaligen Sowjetrepubliken weit verbreitete Russlandphobie: "Unabhängig von den jeweils herrschenden Regimes sind die ehemaligen Unionsrepubliken ein gemeinsamer Kultur-, Wissenschafts- und Freizeitraum mit Beziehungen über die Grenzen hinweg geblieben. ... Russland verfügt dabei über eine einmalige geopolitische Ausgangsposition, denn es verfügt über gewaltige Energieressourcen, und rund 25 Millionen Landsleute leben in ehemaligen Sowjetrepubliken. Aber Präsident Dmitrij Medwedjew hat kürzlich der Staatsduma einen Gesetzesvorschlag überreicht, wonach die Armee auch im Ausland zum Schutz dieser Landsleute eingesetzt werden kann. So wird kein Vertrauen gefördert, ebensowenig durch ein ständiges Kaschieren der stalinistischen Vergangenheit und durch Proteste gegen Vergleiche zwischen den Verbrechen des Kommunismus und des Nationalsozialismus. Die Russlandphobie im postsowjetischen Raum wird aus der Angst vor einer allzu engen Umarmung des großen Bruders genährt. Russlands Trümpfe sind aber nicht seine Militärbasen oder die von Moskau diktierte Geschichte. Es bekäme viel mehr Respekt von seinen Nachbarn, wenn es sich auf seine wahren Reichtümer konzentrieren würde, ohne Isolationismus und ohne Größenwahn."
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