La Libre Belgique - Belgien | Mittwoch, 2. September 2009
Safet Kryemadhi über Albanien als Muster für religiöse Toleranz
In Belgien gibt es derzeit eine Debatte über die Rolle von Religionen im öffentlichen Raum und die Ausgestaltung der Religionsfreiheit. Der Politologe Safet Kryemadhi schreibt in der Tageszeitung La Libre Belgique, dass Belgien sich Albanien zum Vorbild nehmen solle: "Die Debatte über den Platz der Religion im öffentlichen Raum könnte sich von der beispielhaften und wenig bekannten Realität in Albanien inspirieren lassen. Weder religiöser Eifer noch ausgeprägter Laizismus: Die verschiedenen Glaubensrichtungen leben innerhalb einer weitgehend agnostischen Bevölkerung friedlich zusammen. Das ist bemerkenswert, wenn man die Vielfalt der Glaubensrichtungen in Albanien in Betracht zieht: katholisch, orthodox, sunnitisch und bektaschi. Die Debatte über das Tragen des Schleiers haben die Albaner aus Europa importiert. Sie ist ein paradoxer Ausdruck der (Post)Moderne, durch den die Albaner ihr Modell des interreligiösen Zusammenlebens in einem laizistischen Staat in Frage stellen. Dabei hat es [das interreligiöse Modell] sich bewährt. Albanien hat ein untypisches Gleichgewicht zwischen dem Respekt religiöser Freiheiten und der Förderung individueller Freiheiten geschaffen."
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