Sme - Slowakei | Montag, 14. September 2009
Kampf gegen Satire ist lächerlich
Der slowakische Premier Robert Fico fühlt sich durch eine Karikatur in der liberalen Tageszeitung Sme verunglimpft, die ihm einen Mangel an Rückgrat vorwirft und will das Blatt verklagen. Diesen Schritt kritisiert der tschechische Medienexperte Miloš Čermák in Sme: "Wir können Politiker kontrollieren, kritisieren und mit ihnen auch Scherze machen. ... Eine andere Sache ist, dass nicht jeder mit Humor einverstanden sein muss. ... Ein liebenswürdiger Humor existiert nicht. Ein solches Genre produziert immer nur sentimentalen Kitsch. Damit man lachen kann, muss sich Humor immer auch gegen jemanden richten. Wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht, biegen sich Umstehende vor Lachen. Das heißt aber nicht, dass sie dem Betroffenen nicht helfen würden, wenn er sich dabei ein Bein gebrochen hätte. Der gute Geschmack verbietet es, über einen Schwachen oder Wehrlosen Witze zu machen. Einen Mächtigen zu verlachen, ist dagegen in Ordnung. Politiker haben in dieser Reihe nun einmal eine besondere Stellung. Wenn sie gegen Satire ankämpfen, wirkt das lächerlich."
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