Diena - Lettland | Montag, 14. September 2009
Pauls Raudseps über den ersten Jahrestag des Beginns der Finanzkrise
Pauls Raudseps erinnert in der Tageszeitung Diena an den Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008: "Sie war nicht nur eines der ältesten und angesehensten Finanzinstitute der Wall Street, sondern ihr Kollaps löste auch eine weltweite Finanzkrise aus, deren Folgen noch ernster und nachhaltiger sein dürften als der Angriff auf das World Trade Center [am 11. September 2001]. Viele verkündeten in der zweiten Septemberhälfte 2008 bereits, dies sei das Ende des Kapitalismus und des Lebens in der bisher gewohnten Form, nachdem zuvor alle Zeichen immer nur auf Aufschwung standen und das einzige Risiko darin zu bestehen schien, einen möglichen Supergewinn zu verpassen. In Zukunft wird Geld langsamer und mühsamer fließen, aber vor allem machte der Zusammenbruch von Lehman Brothers deutlich, dass der rasche Aufschwung der Weltwirtschaft auf Sand gebaut war und auf immer riskanteren Krediten beruhte. … Die Moral von der Geschichte ist, dass es keine Wunder gibt. Auf Spekulationsblasen errichtete Luftschlösser brechen zusammen, und wer mit dem Kopf in den Wolken lebt, erwacht eines Morgens in einer tiefen Grube. Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen."
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