Helsingin Sanomat - Finnland | Freitag, 18. September 2009
Achtung der Menschenrechte hat ihren Preis
Ein gebürtiger Ruander muss sich derzeit vor einem Gericht in der finnischen Stadt Porvoo wegen Völkermordes verantworten. Kritiker bemängeln die hohen Prozesskosten, die wegen der Zeugenbefragung in Afrika entstünden. Die Rechtswissenschaftlerin Minna Kimpimäki verteidigt die Ausgaben in der Tageszeitung Helsingin Sanomat: "Allein durch die Aufnahme des Verfahrens wurde Finnland Teil jener internationalen Gemeinschaft, die zu verhindern versucht, dass Menschen, die sich an den schlimmsten internationalen Verbrechen beteiligt haben, ungestraft bleiben. Das Gerichtsverfahren hat seinen Preis, aber andererseits fördert man damit etwas Gutes, dem man nicht einfach ein Preisschild anhängen kann. Wie Carla del Ponte, die frühere Chefanklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien [in Den Haag] sagte, kann man die Durchsetzung des Völkerrechts nicht mit einer Fast-Food-Kette vergleichen. Sie ist weder schnell noch billig. Das gilt auch für den jetzt in Finnland laufenden Prozess. Die Achtung der Menschenrechte hat ihren Preis."
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