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Hospodářské noviny - Tschechien | Dienstag, 6. Oktober 2009

Martin Ehl über das fehlende Gesicht Europas

In der Wirtschaftszeitung Hospodářské Noviny stellt der Kommentator Martin Ehl die Frage, woran es liegt, dass sich die Europäer so schwer mit der EU und auch dem Reformvertrag von Lissabon tun. Dabei kommt er zu dem Schluss: "Der Europäischen Union fehlt ein Gesicht. Das Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands war Helmut Kohl, Konrad Adenauer war das Symbol des deutschen Nachkriegsaufschwungs. Das Symbol der tschechischen Samtrevolution war Václav Havel, Lech Wałęsa das des Falls des Kommunismus in Polen. Ronald Reagan und Margaret Thatcher führten die konservative Revolution an. Und das Symbol der Stagnation war Leonid Iljitsch Breschnew. Weshalb wächst das Gefühl der Europäer, dass mit der Integration etwas nicht in Ordnung ist? Man kann sie nicht personifizieren. Die Union findet entfernt, anonym und gut bezahlt in den Glaspalästen um den Schuman-Platz in Brüssel statt. Die Union hat ihr menschliches Gesicht verloren. Und es wäre eine Illusion zu glauben, die Wahl Tony Blairs oder eines anderen Präsidenten würde uns Europäern ein solches Gesicht geben."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 6. Oktober 2009

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