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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 16. Oktober 2009

Enver Robelli über die Entwicklung der Balkan-Länder

Am 26. Oktober beginnt der Völkermord-Prozess gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić vor dem UN-Tribunal in Den Haag. Enver Robelli nimmt dies in der linksliberalen Süddeutschen Zeitung zum Anlass, die Entwicklung auf dem Balkan zu analysieren: "Eine gute Botschaft aber gibt es für alle: Es droht kein Krieg mehr auf dem Balkan. Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Region kommt langsam voran. Kroatische Firmen investieren in Serbien, Belgrader Geschäftsleute zeigen Interesse an Unternehmen in den Nachbarländern, vor allem Ökonomen träumen wieder von einer 'Jugosphäre', von einem gemeinsamen Markt von Slowenien bis Mazedonien. Möglich geworden ist die neue Annäherung, weil der Druck der Bevölkerung so groß ist. Die Menschen wollen endlich eine bessere Zukunft, sie wollen reisen, mehr Wohlstand, ein normales Leben führen. Und die Versicherung dafür sehen sie in Europa. Nur die Aussicht auf eine baldige Integration in die EU zwingt die Politiker auf dem Balkan zu überfälligen Reformen. Fiele diese Perspektive weg, wäre die Enttäuschung groß, und dies könnte die Stabilität in Südosteuropa gefährden. Das müssen auch die erweiterungsskeptischen Europäer bedenken."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 16. Oktober 2009

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