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Le Monde - Frankreich | Samstag, 31. Oktober 2009

Chirac muss vor Gericht

Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac muss sich nun doch vor Gericht verantworten wegen einer Affäre um illegale Parteienfinazierung aus den 90er-Jahren. Obwohl die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gefordert hatte, eröffnete die zuständige Untersuchungsrichterin Xaviere Siméoni nun das Strafverfahren. Alles andere wäre schockierend gewesen, meint die Tageszeitung Le Monde: "Die spektakuläre Gerichtsentscheidung brachte zahlreiche Politiker in Verlegenheit. Im rechten Lager vor allem, wo es heißt, dass Herr Chirac mit beinahe 77 Jahren und nach seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben 'sowas nicht verdient hat'. Zwanzig Jahre nach den Ereignissen, die ihm angelastet werden, habe er ein Recht auf 'Vergessen'. ... Trotz des Antrags der Pariser Staatsanwaltschaft, der im September die Einstellung des Verfahrens verlangt hatte, war [die Richterin] der Meinung, dass es Verfolgenswertes gebe ... . Bei dieser Überzeugung der Richterin wäre es schockierend gewesen, nun Nachsicht gegenüber Herrn Chirac zu üben."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 2. November 2009

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