Público - Spanien | Montag, 9. November 2009
Debatte um Identität ist Irrweg
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat in seinem Land eine Debatte über die französische Identität begonnen und die Frage, wie sich Immigranten in die Gesellschaft einfügen sollen. Der Soziologie-Professor Antonio Izquierdo bezweifelt in der linken Tageszeitung Público die Grundlagen dieser Debatte: "[Sarkozy] bittet die Bürger darum auszusuchen, welche Werte die französische Identität definieren. Der Zweck dieser Diskussion besteht darin, den Inhalt des Integrationsvertrages zu bestimmen, den die Einwanderer unterschreiben müssen. Implizit erklärt man damit, dass die Eingliederung der Ausländer nicht funktioniert hat, und dass der Grund dafür darin besteht, dass diese die grundlegenden Symbole nicht kennen. Das Ziel besteht darin, der Integration ein kulturelles Vorhängeschloss hinzuhängen. Die Debatte ist ein Irrweg, denn es gibt keine einheitliche französische Zugehörigkeit und auch keine einheitliche Identität der Immigranten. In der Wirklichkeit sind die Identitäten vielfältig und sie werden nicht erzwungen, sondern sie werden gewählt. Außerdem haben die Werte ein Verfallsdatum."
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