Adevărul - Rumänien | Mittwoch, 11. November 2009
Rumänien ohne Antrieb
Rumäniens Streben nach dem EU-Beitritt galt lange Zeit als Motor für gesellschaftliche Entwicklungen, schreibt die Tageszeitung Adevărul. Doch seit dem EU-Beitritt 2007 mangelt es dem Land an einem gemeinsamen Projekt, "das ein höheres Ziel, als den Kampf um die Macht hat. Wir sind der Nato beigetreten, ebenso der Europäischen Union und jetzt haben wir keinen Traum mehr. ... Die politische Klasse weiß, dass sie jetzt ohne Regeln und ohne Schiedsrichter spielen darf. Sie übernimmt keine Verantwortung mehr, denn sie gibt dem Volk keine Richtung mehr vor. ... Es muss jetzt die Rede von etwas ganz anderem sein. Beispielsweise von einem neuen Wirtschaftsmodell für Rumänien, in dem die veraltete Landwirtschaft in Cash-Cow umgewandelt wird. Ist es nicht absurd, dass wir 70 Prozent unserer Lebensmittel importieren? ... Politik heißt nicht nur peinliche Seifenopern, die uns täglich auf den Wahlkampfsendern serviert werden. Politik bedeutet auch Visionen, Konsequenzen und die Kraft, andere zu mobilisieren. Solche Momente hatten wir auf dem Weg in die EU. Es ist Zeit, diesen Geist wieder zu beleben."
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