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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 16. Dezember 2009

Stefan Ulrich zur Aufarbeitung der Selbstmorde bei France Télécom

Nach einer Welle von Selbstmorden im Unternehmen hat die France Télécom 100.000 Mitarbeiter zu Risiken am Arbeitsplatz befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass etwas grundsätzlich schief läuft, urteilt Stefan Ulrich in der linksliberalen Süddeutschen Zeitung: "Frankreich wandelt sich, wie seine Télécom, rasend schnell. Früher lebten die Menschen zwischen Atlantik und Rhein in einem Kapitalismus sehr französischer Art. ... Heute müssen die Bürger erleben, dass dieses System nicht mehr funktioniert. ... Es zeichnet die Franzosen aus, wie sie mit diesen Umwälzungen umgehen. Die Nation schaut nicht weg und wurstelt weiter, sondern sucht nach Selbsterkenntnis. Falls Gott noch immer in Frankreich wohnt, dann gibt er sich nicht mehr dem Savoir-vivre hin. Er ist ein nachdenklicher, grüblerischer Gott geworden. Die Fragebogenaktion bei der Télécom ist symptomatisch. Ganz Frankreich überlegt, wie sich die Arbeitswelt trotz Globalisierung weiter menschenfreundlich gestalten lässt. Es diskutiert, bis hinauf zum Präsidenten, ob außer dem Wachstum nicht auch das Glück der Bürger die Wirtschaftsleistung eines Landes definieren sollte."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 16. Dezember 2009

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