Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 19. Januar 2010
Piñera muss Chiles Rechte modernisieren
Erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur von Augusto Pinochet stellt die chilenische Rechte wieder den Staatspräsidenten. Sebastián Piñera hatte am Sonntag mit 52 Prozent der Stimmen die Stichwahl für sich entschieden. Die Ära des Mitte-Links-Bündnisses Concertación ist nun zu Ende, schreibt die Tageszeitung die Neue Zürcher Zeitung: "Die Verbindung liberaler Wirtschaftsregeln mit einer Sozialpolitik, die einer breiten Bevölkerung zugutekommt, liefert das Erfolgsrezept, das Piñera mit leichten Justierungen übernehmen will. Die Mittelklasse setzt im heutigen Chile eher auf wirtschaftliches Wachstum denn auf soziale Auffangnetze, auf die sie nicht mehr so stark angewiesen ist. Piñera, der reichste Mann des Landes, wird gut daran tun, der Abfederung des Wirtschaftskurses ein besonderes Augenmerk zu schenken, will er seine Felle nicht davonschwimmen sehen. Bewähren muss sich sein Lager auch als politische Kraft. ... Der Concertación im Wahlkampf mit Zugeständnissen Stimmen abzujagen, ist das eine. Die Rechte in Chile in die Moderne zu führen, ist das andere."
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