La Vanguardia - Spanien | Dienstag, 26. Januar 2010
Miquel Roca Junyent über Obama und die Mode der Wechselhaftigkeit
Für einen wirklichen Wandel der Gesellschaft braucht US-Präsident Barack Obama mehr Zeit, verteidigt Miquel Roca Junyent in der liberalen Tageszeitung La Vanguardia den Präsidenten gegen wachsende Kritik: "Zu sagen, dass Obama nicht mehr in Mode ist, ist jetzt Mode. Man sagt, er habe die Erwartungen nicht erfüllt, die er geweckt hatte, dass viele Dinge gleich geblieben und andere schlechter geworden seien. Man verweist darauf, dass die Gesundheitsreform nicht voran kommt, dass bei den kommenden Kongresswahlen die Republikaner gewinnen und so weiter. Das wichtige ist, den Mythos abzuwerten. ... Unsere Gesellschaft verbrennt alles sehr schnell. Wir leben mit einem Wunsch nach Wandel, der sich mit anhaltenden Moden schlecht verträgt. ... Eine bestehende Wirklichkeit zu verändern, zu erneuern, braucht aber Hartnäckigkeit, weil sie sich wehrt und an ihrer Wesensart festhält. Dies zu ändern, braucht Entschlossenheit, Geschick, Dialog und Ausdauer. Das Schlimmste wäre es, den Wandel zu einer Mode zu machen; es wäre, als ob man ständig in entgegengesetzte Richtungen voranschreite. Mir gefällt der Obama mit Schwierigkeiten mehr als der Mythos mit Rückenwind. Er ist wirklicher."
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